Glücklich im Hamsterrad

Glücklich im Hamsterrad

In Allgemein by MIchael JagersbacherLeave a Comment

Zu Tode coachen im Hamsterrad

Geht es Ihnen derzeit auch so, als würde Ihnen von jeder Seite eingeredet werden, Sie müssten mit Ihrem Leben unzufrieden sein? Dass Sie sich in Ihrem Leben, auch abschätzig „Hamsterrad“ benannt, in der aktuellen Form nicht akzeptieren sollten? Ab einer gewissen Anzahl glaubt man diese Aussagen vielleicht sogar. Sie wissen ja, steter Tropfen höhlt den Stein.

Besonderes Augenmerk wird anscheinend auf den Beruf gelegt. Viele Branchen gehen davon aus, dass Sie und viele Millionen weitere Angestellte sich in einem Hamsterrad befinden, aus welchem es kein Entrinnen gibt.

Außer natürlich – Sie buchen die jeweiligen Angebote der jeweiligen Anbieter.

In diesem Artikel habe ich bereits über Selbstoptimierung geschrieben:

Selbstoptimierung – ein Trend geht vorüber

 

Geld als Antrieb

Bestimmt verdienen Sie zu wenig Geld in Ihrem derzeitigen Job und sollten sich daher schleunigst selbständig machen. Dies wiederum legt einen signifikanten Zusammenhang zwischen Glück und der Menge an Geld nahe. Verschiedene Studien zeigen, dass eben – ab einem gewissen Einkommen – kein signifikanter Glückszuwachs mehr verzeichenbar ist. In Deutschland ab einem Einkommen von 80.000 – 100.000 Euro. Sie sehen – Millionen sind gar nicht notwendig für Ihr Glücksmaximum, falls man dieses überhaupt in Zahlen erfassen kann.

Es stellen sich dann ja auch noch andere Probleme – wie soll man das Geld veranlagen? Wie schaffe ich es, diesen Zustand aufrecht zu erhalten? Werde ich geliebt wegen meines Geldes oder wegen meinem Sein an sich?

Weiters ist es bekannt, dass der Umgang mit Geld vielen Menschen gar nicht in die Wiege gelegt ist. Zahlreiche Beispiele bestätigen, dass auf schnellen Reichtum auch die schnelle Pleite folgen kann. Sprich: Der Umgang und die Einstellung zu Geld muss erst gelernt werden. Nicht jeder möchte das. Falls Sie doch möchten, habe ich zwei gute Bücher zu dem Thema:

  1. Denk dich reich“ von Ilja Grzeskowitz
  2. More than money“ von Andreas Enrico Brell, der übrigens auch einen tollen Blog zu dem Thema betreibt.

Arbeit ist Leid

Menschen, die täglich ihrer Arbeit nachgehen, werden von gewissen Branchen als minderwertig eingestuft. Sie müssten ihrer Berufung folgen und diese hat sicherlich nichts mit ihrem derzeit ausgeübten Beruf zu tun. Für das „professionelle“ Hinführen zu dieser Berufung und gleichzeitiger Flucht aus besagtem Hamsterrad wird natürlich viel Geld verlangt. Zumindest die Berufung der Lebenscoaches soll gut bezahlt werden.

Wer sagt denn, dass Frau Müller mit ihrem Bürojob nicht glücklich sein kann?

Ich finde es mehr als anmaßend von Pseudocoaches, Trainern, oder was auch immer, anderen Menschen zu attestieren, sie wären unglücklich in ihrem Status-Quo. Vielleicht möchten diese Menschen einfach ein gewöhnliches Leben im Schutz der Regelmäßigkeit. Was ist daran verwerflich? Außer, dass man als Anbieter schwer damit Geld verdienen kann?!?

Unzufriedenheit als Verkaufsmotor

Wir kennen diese „Masche“ aus dem Marketing. Unzufriedenheit erwecken und anschließend die Lösung aufzeigen. McDonald´s löst in erster Linie Hungergefühle aus, um sie dann höchstpersönlich zu befriedigen. Banken lösen in erster Linie Angst vor der Altersarmut aus, um dann die passenden Fondslösungen parat zu haben. Audi löst in erster Instanz einen Mangel aus, um dann mit dem neuesten Stand der Technik zu punkten.

Ähnlich scheint es ebenfalls in der Trainer- und Coachingbranche zu sein. Pauschalisierungen ohne Ende mit vorgefertigten Konzepten, die Lösungen versprechen, welche nicht einlösbar sind und dennoch millionenfach verkauft werden. Warum eigentlich?

 

Jeder folgt der Berufung

Ich bin heilfroh, dass nicht jeder macht, was er oder sie will. Stellen Sie sich mal eine Welt vor, in der es immer weniger Menschen gibt, die Arbeiten nachgehen, welche nicht ihrer Berufung entsprechen. Außerdem ist, wie bereits oben geschildert, nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand in einem Bürojob die eigene Erfüllung sieht. Würden sich genug Menschen finden lassen, die Bürojobs nachgehen, oder die den Müll entsorgen? Ich weiß es nicht.

Hier ist der Denkfehler – Berufung hat eben auch etwas mit Arbeit zu tun. Sie können sich nicht eben selbständig machen mit einem Yogakurs, ohne Werbung, Vertrieb und Positionierung mitzudenken. All das erfordert Arbeit und Energie. Den Job, der nur Tätigkeiten enthält, welche Sie in höchstem Maße befriedigen, wird es nicht geben. Überall sind Arbeiten dabei, welche Ihnen weniger Spaß machen. Bei mir ist es beispielsweise die Buchhaltung.

Berufung heißt nicht, sich ungewollter Arbeiten zu entledigen, sondern lediglich, sie zu minimieren.

Deshalb versuche ich sie, so gut als möglich, auszulagern. All das hat natürlich mit Kapital und Zeit zu tun. Kann ich mehr Kapital oder ähnlich viel auftreiben, wenn ich die Buchhaltung nicht selbst erledige? Das ist die Frage. Wenn sie mit NEIN antworten, sollten Sie Ihr Businessmodell überarbeiten…

Es zwickt und zwackt dennoch

Falls Sie jetzt dennoch oder gerade wegen meinem Blogartikel ins Grübeln kommen und Sie merken: Mich stört mein Status-Quo dennoch, gebe ich Ihnen einen Rat: Blenden Sie einmal Ihre gesamte Umgebung aus. Blenden Sie aus, was die Medien Ihnen einreden, blenden Sie aus, was die Nachbarn reden oder Ihr persönliches Umfeld. Gehen Sie tief in sich und überlegen Sie, ob Sie in diesem Moment der Unzufriedenheit nicht fremdbestimmt entscheiden. Ich weiß, das ist ein schwieriges Unterfangen.

Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, JA, ich bin unzufrieden mit meiner Situation und ich möchte etwas ändern, dann holen Sie sich Hilfe und Inspiration dafür.

Es gibt unendlich viele Optionen für Sie. Auch die Option, nichts am derzeitigen Leben zu ändern. Diese Option ist genauso legitim wie alle anderen Optionen.

Wer im Gewöhnlichen Außergewöhnliches erkennt, kann sich wahrhaft glücklich schätzen. Vielleicht leuchtet Ihr Hamsterrad auch so hell, wie das Titelbild des Blogartikels. Lernen Sie Ihr persönliches Hamsterrad zu gestalten und zu lieben, wenn Sie es wollen.

Das Gewöhnliche zu schätzen bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich nicht weiterentwickeln dürfen, können oder sollen. Wenn Sie dies möchten, dann dürfen Sie es gerne tun. Nur lassen Sie sich nicht einreden, es tun zu müssen. Es ist Ihr Leben und es sind Ihre Entscheidungen. Ich selbst konzipiere derzeit eine Reihe von Coachings, die sich damit befassen, wie Sie Ihren Status-Quo aufrecht, ihn jedoch auch ändern können, wenn Sie es für richtig halten. Ich freue mich, wenn Sie mich auf diesen Weg begleiten.

Viel Spaß beim Reflektieren – wenn Sie möchten….

 

Ihr Michael Jagersbacher

Profilbildungsexperte und Sympathiecoach

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